Museum der Gartenkultur

Ikonen der Gartenarchitektur im Modell

Eine Ausstellung der Hochschule Karlsruhe
Studiengang Architektur :: Studiengang Freiraumplanung
11. Oktober 2014 bis 4. Januar 2014
im Museum der Gartenkultur

Studierende der Hochschule Karlsruhe haben im Fach Freiraumplanung „Ikonen der Gartenarchitektur“ in Modellen dargestellt. Durch diese Arbeit sollte eine analytische Auseinandersetzung mit bedeutenden und stilprägenden Gartenanlagen verschiedener Epochen angeregt werden. Der Modellbau verlangte eine intensive und kreative Auseinandersetzung, die weit über den Rahmen eines schriftlichen Referats hinausging.

Es ist leider viel zu wenig bekannt, dass unter den Bildenden Künsten auch die Gartenarchitektur eine fest umrissene geschichtliche Entwicklung hat, die immer wieder maßgeblich von Architekten geprägt wurde und in enger Beziehung zur architekturgeschichtlichen und städtebaulichen Entwicklungen steht. Aufgrund von erhaltenen historischen Gartenanlagen, literarischen Quellen, Plänen, Gemälden, Stichen und Wandmalereien – die ältesten sind aus altägyptischen Gräbern überliefert – ist es möglich, sich einen Überblick über vier Jahrtausende Gartenkunst zu verschaffen.

Ebenso wie in der Baugeschichte gibt es auch in der Geschichte der Gartenarchitektur zahlreiche Anlagen, die sich aufgrund ihrer herausragenden Qualitäten und ihrer Vorbildwirkung zu „Ikonen der Gartenarchitektur“ etabliert und im Denken der Garten- und Landschaftsarchitekten fest verankert haben.

Günter Mader, Architekt, Gartenplaner und Dozent an der Hochschule Karlsruhe hatte die Idee, diese Ikonen in Modellen zu bauen und diese Studienaufgabe wurde von den Studierenden mit großer Begeisterung aufgenommen. Der Maßstab des Modells konnte in sinnvoller Weise frei gewählt werden, auch der dargestellte Ausschnitt des Projektes konnte individuell bestimmt werden. Für alle Modelle war jedoch eine einheitliche Größe der Grundplatte im Format DIN A 2 oder DIN A 3 verlangt. Dass im Zuge der Bearbeitung auch Erfahrungen in Modellbautechnik gesammelt werden konnten, versteht sich. In der Modellbauwerkstatt standen den Studierenden mit den Achim Lennarz und Thomas Brenner zwei erfahrene Berater für modellbautechnische Fragen zur Verfügung.

Den Studierenden, die ihr Thema jeweils in Zweiergruppen bearbeiten konnten, wurden ganz unterschiedliche Gartenanlagen zur Auswahl angeboten. Die Bandbreite reichte vom Garten des Sennefer (1475 v.Chr.) bis zum Laurent Perrier Ausstellungsgarten von Luciano Giubbilei auf der Chelsea Flower Show 2009. Ein besonderer Schwerpunkt der ausgewählten Beispiele lag bei Gärten aus den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts mit Projekten der Architekten Hermann Muthesius, Edwin Lutyens und Max Laueger. Mit dem Garten der Villa Lante in Bagnaia bei Viterbo, der 1560 von dem Architekten Giacomo Barozzi da Vignola konzipiert wurde, stand auch ein bedeutender italienischer Renaissancegarten auf dem Programm. Zwei Studierende befassten sich mit der Villa Gamberaia in Settignano bei Florenz, die ebenfalls die Ideale des Renaissancegartens verkörpert. Mit Anlagen wie dem Garten des Hotel Kempinski in München (Peter Walker, Rainer Schmidt, 1994), den Außenanlagen des neuen Schottischen Parlaments in Edinburgh (Enrico Miralles, Benedetta Tagliabue, Kenny Fraser, 2004), dem Thames Barrier Park in London (Allain Provost, 2000) und der spektakulären Landschaftsskulptur vor der Schottischen Nationalgalerie für Moderne Kunst (Charles Jencks, 2002) waren aktuelle Projekte vertreten, die stilistisch der Postmoderne zuzuordnen sind. Auch Sissinghurst Castle Garden, der zwischen 1930 und 1960 vom Ehepaar Vita Sackville-West und Harold Nicolson angelegte Landhausgarten in Kent, wurde in ein Modell umgesetzt. Zwei Studierende befassten sich mit dem Schlossgarten Rastatt, den der große und einflussreiche, von 1965 bis 1991 an der Universität Karlruhe lehrende schwedische Gartenarchitekt Gunnar Martinsson und das Karlsruher Büro Karl Bauer 1988 als moderne Anlage vor dem Barockschloss realisierte. Auch der von Gunnar Martinsson 1963 für die Internationale Gartenbauausstellung in Hamburg (IGA) geschaffene Ausstellungsgarten des schwedischen Pavillons wurde im Modell gebaut.

Im Laufe von drei Semestern entstand eine Sammlung schöner, lehrreicher und inspirierender Modelle, die nun vom 11. Oktober 2014 bis 4. Januar 2015 im „Museum für Gartenkultur“ in Illertissen öffentlich ausgestellt werden.

Text: Hannah Mader,
B. Eng. Landscape Architecture

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