Museum der Gartenkultur

Das Gartenarsenal

Das Gartenarsenal beherbergt eine der europaweit größten Sammlungen historischer Gartenarbeitsgeräte. Darin konzentrieren wir uns auf das Sammeln und Ausstellen historischer Gerätschaften. Für uns sind sie oft einzigartige, faszinierende Belegstücke tradierten Wissens, kultureller Werte und belegen die lange Geschichte des Gärtnerns.

Mit derzeit über 7000 Exponaten aus allen gärtnerischen Arbeitsgebieten, aus drei Jahrhunderten und aus ganz Europa, ist sie die deutschlandweit größte dieser Art und umfasst so ziemlich alles, was früher in Beet und Garten handfesten Nutzen hatte. Zumeist sind es einfache Werkzeuge für Aussaat, Gießen, Schneiden oder Setzen. Diese alte Gerätschaften werden jedoch bei uns nicht einfach nur ausgestellt – auch das Wissen über deren Weiterentwicklung bis heute und ihren praktischen Einsatz im Gärtneralltag wird gleich mitgeliefert und erklärt.

Das Sortenarsenal

Eine  Besonderheit  des Museums ist sein  Sortenarsenal, welches in erster Linie dem Erhalt botanischer Vielfalt, der Biodiversität dient. Durch Kultivierung, Saatgutvermehrung und andere Maßnahmen wird zum Erhalt, zur Verbreitung und zur Pflege alter, bewährter, teilweise aber schon längst vergessener Pflanzenarten und –sorten beigetragen. Auf über 1,5 Hektar zeigen die Museumsgärten Ausschnitte unserer Sammlungen von Nutz- und Zierpflanzen. Viele vom Aussterben bedrohte Arten finden darin neue Beachtung.

Sogar ein Hauch von den Gärten des Schlosses Versailles findet man künftig in Illertissen: Nach französischem Vorbild wird ein Ausschnitt des barocken Küchengartens Ludwig XIV. bei uns nachgebaut. Mehr als 20 Pflanzenkabinette - das sind zehn mal zehn Meter großen Gartenräume – sind innerhalb des Museumsgartens zu geometrischen Mustern angeordnet. Sie widmen sich jeweils einem Thema: Formobst, Gemüse, Beerensträucher, Haselnüsse, Rosen, Stauden, Kletterpflanzen, Sommerblumen, Seerosen, Bindeweiden und vieles mehr.

Das Formobst-Kabinett:
Obstbäume lassen sich durch Schnitt und Anbinden an Gerüste zu unterschiedlichsten Formen erziehen. Ursprünglich aus Frankreich und Belgien kommend, verbreitete sich die Kunst der Formobstzucht im 18. und 19. Jahrhundert auch in Deutschland. Die Bäume liefern Obst von hoher Qualität und nehmen vergleichsweise wenig Raum ein. Sie haben damit genau die richtigen Eigenschaften für heutige Hausgärten.

Eine Besonderheit, die es so nur in den Illertisser Museumsgärten zu sehen gibt, ist ein „Formobstkabinett“, das in Form einer Belgischen Hecke oder eines Apfelkordons mit Danziger Kantapfel bestückt ist. Alles dafür ist bereits vorbereitet.

Das Gemüse-Kabinett:
Was für unsere Großmütter selbstverständlich war, ist heute fast ein Luxusgut: selbst gezogenes Gemüse, natürlich biologisch angebaut. Dazu gehören grundlegende Kenntnisse über Fruchtfolge und Mischkultur. Welche Arten fördern sich gegenseitig, was hält Krankheiten und Schädlinge fern, wie wird die Bodenstruktur verbessert? Wir zeigen beispielhaft, wie es funktionieren kann. Nachahmen – ausdrücklich erwünscht. 

Weitere Kabinette:
Kletterpflanzen, Sommerblumen, Stauden, Rosen, Haselnuss, Beeren, Kulturpflanze des Jahres, Teepflanzen, Färbepflanzen, Bienen im Lindenkarree, Birkenhain, Seerosen.

Die Bibliothek

Die Präsenzbibliothek historischer und moderner Gartenliteratur steht Garten- und Pflanzenfreunden mit über 1600 Fachbüchern, Zeitschriften und Katalogen aus allen Gebieten des Gartenwesens für eigene Recherchearbeit oder auch nur zum Schmökern offen.

Sie enthält Lesens- und Nachschlagenswertes aus den Gebieten Agrarwissenschaft, Obst- und Gartenbau, Botanik, Gartenkultur, Pflanzenmonographien, Gartenarchitektur und angrenzende Wissenschaften.

Die Offenen Gärten

Offene Gärten, das sind für uns Stätten gärtnerischen Wirkens, die öffentlich zugänglich sind. Es sind entweder öffentliche Gärten, Parks und ähnliche Einrichtungen zum Teil auch private Gärten mit besonderen (gärtnerischen und gartenkulturell interessanten) Sehenswürdigkeiten, Inhalten und Anliegen, die entweder uneingeschränkt oder nach individueller Vereinbarung mit den Gartenbetreibern zu festgelegten Zeiten zu besuchen und zu besichtigen sind.

Die meisten Gärten, die in diese Sammlung Aufnahme finden, befinden sich in Schwaben und angrenzenden Gebieten. Die Sammlung umfasst derzeit rund 700 Objekte und wird – so sich eine Gelegenheit dazu auftut - ständig erweitert. Die aufgenommenen Gärten, ihre Besonderheiten, ihre Gärtner und ihre Geschichte werden in loser Folge hier vorgestellt.

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Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung